Wir waren begeistert von der Idee, als Frau Pagel vom Clemens-Kessler-Haus uns sagte, dass Sie für die alten Menschen gerne Meerschweinchen adoptieren wollte. Nach einem ausführlichen Gespräch über das Für und Wider stellten wir schnell fest, dass hier eine Frau mit viel Ahnung und Gespür fürs Detail vor uns stand, die sowohl mit dem Umgang und der Pflege von Meerschweinchen vertraut war, als auch bereits ein genaues Konzept und eine Unterbringung für die neuen Heimbewohner geplant hatte. Schnell wurden wir fündig: Unser Meerschweinchenpaar, dass einige Wochen zuvor in einem Karton an der Landstraße neben unserem Tierheim ausgesetzt worden war, sollte es sein. Nach der Kastration sollten Plato und Penelope zu den ungeduldig wartenden Bewohnern des C.-Kessler-Hauses umziehen.
Wir brachten die Tiere
selbst ins Heim, um noch letzte Fragen zu beantworten und die Freude der
Menschen zu dokumentieren. Und tatsächlich: Ein großzügiges
Gehege, liebevoll selbst gebaut, und einige Bewohner des Heimes erwarteten
uns mit der wertvollen Fracht bereits. Wir übergaben das Meerschweinchenpaar
an Frau Pagel, die uns Ihrerseits eine großzügige Spende, gesammelt
von den Pfleger/-innen und den Heimbewohnern überreichte.
Und dann ließen wir „die Schweine aus dem Sack“. Die Freude
und die Begeisterung der Menschen waren wundervoll anzusehen. Und sogar die
Heimleitung stattete uns, bzw. natürlich den Meerschweinchen einen Antrittsbesuch
mit einer saftig-grünen Leckerei ab.
Es ist schön, zu sehen, wie diese Menschen sich über das neue „Leben“ im
Heim freuen. Jedes Alten- und Pflegeheim sollte seinen Bewohnern die Möglichkeit
geben, Tiere, die Liebe und Geborgenheit und vor allem eine Aufgabe geben,
mit Hilfe des Pflegepersonals halten zu können. Die Menschen können
die „Gemeinschafts-Schweinchen“ täglich besuchen, sie füttern
und streicheln, sich mit ihnen unterhalten und ihnen zusehen und beobachten.
Hier möchte ich den Betreibern und Angestellten des Clemens-Kessler-Hauses
meine Bewunderung und ein großes Lob aussprechen, dass sie die positiven
Auswirkungen von „Heim-Tieren“ erkannt haben, sich nicht vor der
zusätzlichen Mühe und Arbeit scheuen und mit so einem guten Vorbild
für viele andere Einrichtungen voran gehen. Wir hoffen, dass sich noch
viele Pflege-, Alten-, Behinderten- und Kinderheime diesem Beispiel anschließen
und noch mehr tierisches Leben in die oftmals tristen und routinierten Abläufe
eines Heimalltags einziehen darf.
![]() |
![]() |