Happy-Barry

Traurige Geschichte mit Happy-Barry-End

Barry wurde im Dezember 06 zu uns gebracht. Bereits im Auto des Besitzers, der selbst einen heiden Respekt vor dem Hund hatte, gebärdete er sich wie ein wildes Tier. Der "kleine" Kerl war gerade mal 16 Monate alt, als er zu uns kam. Die Wohnung und das Einkommen der Familie seien zu klein, um den doch schon stattlichen, pubertierenden jungen Mann durchzufüttern.

Bei Barry handelte es sich um eine Mischung aus Neufundländer-Collie und Bernersenn, der übrigens bewusst aus einem Wurf „gezüchtet“ worden ist. Die "Züchterin" kam Barry sogar bei uns besuchen, nach dem er schon ein paar Wochen bei uns war. Sie wollte sich um ihn kümmern, er fletschte und knurrte aber nur. Sie versprach, mit uns in Kontakt zu bleiben und ihn entweder selber zu nehmen oder ein Zuhause für ihn zu suchen. Aber wir hörten (wie eigentlich erwartet) nichts mehr von ihr. Nach einiger Zeit wurden wir immer ratloser. Barry lies uns nicht an sich heran. Im Zwinger gebärdete er sich wie wild und griff alle an, die ihm zu Nahe kamen. Draußen war er zwar ruhiger, doch auch dort konnte ihn nur selten jemand anfassen.  Da es immer wieder zu Angriffen auf das Personal kam, wussten wir uns keinen Ausweg mehr. Barry würde nie vermittelbar sein und einen Hund 10-15 Jahre im Tierheim lassen, war keine Zukunftsaussicht. Unsere ehrenamtliche Hundetrainerin für die schwierigen Fälle nahm ihn zu sich. Es folgten anstrengende Monate für Hund und Mensch. BarryBei gründlicher Recherche stellte sich heraus, dass Barry lange Zeit als Welpe im Bad gehalten wurde. Als er zu groß wurde, brachte man ihn mit ca. 6 Monaten in einen Wohnwagen im Wald, wo der Besitzer oft zu Waldarbeiten war. Dort blieb Barry allein zurück, angewiesen auf Menschen, die ihn ab und zu besuchten. Nicht lange darauf begann er wohl, nach den Familienmitgliedern zu schnappen und zu beißen, lies niemand mehr an sich heran.

Doch das Training war erfolgreich. Als Barry nach einiger Zeit zu uns zurück kam, war er so weit, dass er nicht mehr ohne Anzeichen und Vorwarnung angriff oder gar zubeißen wollte. Wir konnten ihn frei mitlaufen lassen und es gab mit dem Personal kaum noch Schwierigkeiten. Wir freundeten uns mit dem Gedanken an, einen weiteren „Hof-Hund“ zu unserem langjährig bekannten Nepomuk zu haben. Doch dann geschah das Unfassbare: es kamen Interessenten ins Tierheim, die genau so einen Hund als Wachhund für Ihren Reiterhof Moorhof bei Peiting suchten. Da Barry mit Artgenossen und Katzen sehr gut auskam, wagten wir den Versuch. Wir einigten uns darauf, dass wir so oft wie möglich zum Moorhof kommen würden, so lange es nötig war, um zu sehen, ob es mit den Pferden, der Tochter und der Hündin klappen könnte. Und das unerwartete passierte: Barry vergötterte die Tochter und fand sein neues Leben, nach ein paar Anlaufschwierigkeiten, wunderbar. Auch heute hat Barry so seine Macken, wenn er nicht will, will er nicht. Aber seine Familie Ott liebt ihn so wie er ist, mit all seinen Mätzchen. Und eins ist ganz sicher, an Barry kommt niemand vorbei, der dort, in „seinen“ Moorhof nicht hingehört.