... Laika?

So kannten sie viele von Ihnen, als Coverbild einer unserer ersten Tierheim-Zeitungen: Unsere Laika, tobend im Schnee. Schnee hat sie geliebt, da konnte sie sich stundenlang drin wälzen, rumtoben und Fangspiele machen. Einst als Fundhund 1997 ins Tierheim Marktoberdorf gekommen, war Laika eine liebe, große, umgängliche Schmusehündin. Ja, sicherlich, ab und zu wollte sie es einfach wissen und testete ihre Menschen auf Herz und Nieren, ob diese ihren Gehorsam auch wirklich verdient hätten. Aber wenn man konsequent mit Laika arbeitete, konnte man ihr Dank der geradlinigen, für den Hund verständlichen Führung auch sehr viele Freiheiten lassen.

Leider funktionierte das bei Laikas neuen Besitzern nicht so. Doch statt sich professionelle Hilfe zu holen, wurde Laika vorsichtshalber weg gesperrt, wenn Besuch kam, und nur noch selten ausgelastet, denn man konnte die Dame mit einem stolzen Kampfgewicht nicht mehr richtig handeln beim Spaziergang. Das waren Erfahrungswerte, die sich bei Laika tief in der verletzlichen Hundeseele eingebrannt hatten. Sie kam Anfang 2001 zu uns zurück. Von da an war sie nur noch schwer vermittelbar. Sie vertrug sich nicht mehr mit Artgenossen, zweifelte die Führungsqualitäten ihrer Gassigeher an und übernahm schon mal selbst die Klärung einer ihrer Meinung nach klärungsbedürftigen Situation. Leider wollte sich kein Interessent die Mühe machen, ein wenig Zeit in die Korrektur von Laikas eingeschliffenen "Fehlern" zu investieren, obwohl wir immer wieder deutlich darauf hin gewiesen haben, daß es sich wirklich gelohnt hätte. Laika war eine so liebe Seele, sie schmuste für ihr Leben gern, ging mit uns durch Dick und Dünn. Sie war eine echte Bereicherung für unseren Alltag und unser Leben, was wir ihr leider nicht genügend zurück geben konnten.
Durch ihre unkomplizierte Art ging sie manchmal in der Hektik des Tierheimalltag ein bisschen unter. Nur ihre täglichen Gassi-Gänge mit unserer tapferen und jedem Wetter trotzenden Frau Kopf waren Laikas Lichtblicke. Doch bald machte sich das Alter bemerkbar. Laika wollte nicht mehr so gern nach draußen, ging immer öfter lahm und bekam Haarausfall. Als wir keine weitere Medikamentierung zur Linderung ihrer Gelenksdysplasie vornehmen konnten, traten wir Anfang 2008, nach insgesamt 8 Jahren im Tierheim, den für uns schweren Weg zur Regenbogenbrücke mit Laika im Alter von fast 13 Jahren an. Zusammen mit unserer Dr. Weinhart saßen wir mit Laika auf dem Schoß an ihrem Lieblingskorb, denn auf diesem letzten Weg lassen wir unsere Schützlinge nie alleine. Ich glaube, Laika war dankbar für diese Erlösung und der Möglichkeit in den Hundehimmel zu gehen, wo ihre Freunde Jenny und Leo schon lange auf sie warteten.