... Smokey?

 

Unsere wuschelige Fellmaus, die es faustdick hinter den Ohren hatte, durfte endlich in einen Traumplatz einziehen. Stefanie war auf der Suche nach einem etwas schwierigen Tierheiminsassen, der keine guten Vermittlungschancen hätte. Da war Smokey mit seinem Beschützerinstinkt, seiner Abneigung gegen Radfahrer und seiner Epilepsie genau der richtige Kandidat. Es war Liebe auf den ersten Blick. Smokey zog bei Stefanie, einer Katze, einem Hasen, zwei Meerschweinchen, einer Ratte, Fischen und einer Wasserschildkröten ein.

Als ich ihn besuchte, war ich superpositiv überrascht. Alle Tiere liefen in der Wohnung frei miteinander rum, jedes hatte seinen eigenen Käfig konnte aber jederzeit rein und raus. Es war ein Traumplatz.

Nach kurzer Zeit rief mich Stefanie besorgt an um mir mitzuteilen, dass Smokey nicht richtig laufen konnte. Ich beruhigte sie und vermutete einen Kreuzbandriss, durchaus operabel.

Wir vereinbarten einen Termin für eine Untersuchung und Röntgenaufnahmen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Hüftdysplasie im Endstadium. Inoperabel, besonders mit der Epilepsie. Nie zuvor war eine Lahmheit, Entlastung oder die üblichen Anzeichen für HD zu erkennen. Wir waren alle schockiert. Jetzt, da er endlich sein Zuhause gefunden hatte, war es zu spät für ihn.

Zwei Tage später ging er bereits nach 10 minütigem Spaziergang hinten lahm und auch vorne entlastete er das rechte Schultergelenk. Wir brachten ihn zum Tierarzt, um ihn zu erlösen. Drei mal landete Smokey in seinem kurzen Leben von 6 Jahren im Tierheim. Und dann, als endlich jemand für ihn da war, wo er bleiben durfte, war es zu spät.

Er hätte es wirklich verdient gehabt.