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Wird es unser letztes Weihnachten?

Von fröhlicher Weihnachtsstimmung dieses Jahr im Tierheim Marktoberdorf nur wenig zu spüren und auch Geschenke sind nicht in Sicht – denn wie Kurt Budschied, 1. Vorstand des Tierschutzvereins sagt: „Uns steht das Wasser nicht nur zum Hals – wir bekommen eigentlich nur noch durch einen Strohhalm Luft. Wenn es so weitergeht, ist das das letzte Weihnachten im Tierheim.


Es ist ein Abwärtsstrudel, in dem das Tierheim gefangen ist: Durch Corona und ausfallende Feste wurden deutlich weniger Spenden eingenommen, der Ukraine-Krieg und Sorgen um steigende Heizkosten verdrängen jetzt bei vielen die Gedanken an Spenden. Weniger Geld bedeutet: Kaum Möglichkeit, Fachkräfte wie Tierpfleger anständig zu bezahlen. So ist das Tierheim aktuell so unterbesetzt, dass die Versorgung der Tiere gerade gesichert werden kann. Daher auch der dringende Aufruf von Alexandra Wehnert, Tierheimleitung: Wir suchen dringend Fachkräfte-Kolleginnen oder Kollegen und sind dankbar für jede Bewerbung. Helfen würde uns aber auch schon ein Tierfreund, der zuverlässig und regelmäßig als Reinigungskraft in Teil- oder Vollzeit unterstützt.“


Denn zu wenig Personal bedeutet: Keine Möglichkeit, über Pensionstiere Einnahmen zu schaffen – also noch weniger Geld. Gleichzeitig steigen die Ausgaben durch den angehobenen Mindestlohn, zulegende Heizkosten und deutlich höhere Tierarztkosten. Die einfachste Untersuchung beim Tierarzt kostet nun 23,62 Euro - vorher waren es für Katzen 8,98 Euro und für Hunde 13,47 Euro. Das ist der einfache Satz – es darf bis zum dreifachen Satz berechnet werden. Die Preise für Impfungen von Hund und Katze verdoppeln sich nahezu von 5,77 Euro auf 11,50 Euro. Das gefährdet nicht nur die Versorgung der Tiere im Tierheim – sondern sorgt gleichzeitig für vermehrte Abgaben von Besitzern, die sich ihre Tiere nicht mehr leisten können.


Zum ersten Mal seit mehreren Jahren fand im Tierheim Marktoberdorf endlich wieder der Weihnachtsbasar statt. Mit dieser Veranstaltung, bei der gegrillt und Kuchen serviert, ein Flohmarkt und eine Tombola veranstaltet und diverse Weihnachtsartikel für einen guten Zweck verkauft werden, konnten dieses Jahr immerhin rund 2.000 € eingenommen werden. Fressnapf, Futterhaus und Dehner unterstützen das Tierheim mit wundervollen „Wunschbäumen“, mit denen Kunden den Fellnasen im Tierheim Wünsche nach Futter oder Spielzeug erfüllen können.


„Anfang Januar 2023 bekommen wir außerdem unsere Pauschalzahlungen von den Gemeinden – doch die Beträge sind bereits jetzt weg, weil wir damit die ausstehenden Tierarzt-Rechnungen aus 2022 bezahlen müssen“, erklärt Budschied. „Nach Feiern ist uns dieses Jahr so gar nicht zumute – wir hoffen eher auf ein Wunder.“




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